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Armistice recordings on radio !

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MYSTIC OBSESSION  -  Interview 2001

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Ihr habt für Euer neues Album "Hot On The Trail" einen Haufen gute Kritiken eingefahren, wie dem Bandinfo zu entnehmen ist. Von mir habt Ihr eine weitere bekommen. Ist sowas dann noch eine schöne Erfahrung, oder findet man sich irgendwann damit ab, daß man von jedem gemocht wird? Oder anders ausgedrückt: seit Ihr stolz darauf, daß Euch alle mögen, oder seht Ihr das einfach als ein logisches Resultat jahrelanger Arbeit? Mannae: Wir sind hocherfreut und mächtig stolz auf jede gute Kritik, die wir bekommen. Und von jedem gemocht werden wir ja auch nicht, es bleibt also genügend Potential zur Verbesserung. Gute Kritiken bestätigen einen natürlich in seiner Arbeit. Wenn wir keine guten Kritiken bekommen würden, würde es uns auch nicht mehr lange geben. Wir bekommen tatsächlich von vielen Fanzinessehr gute Kritiken und auch in den großen Magazinen waren sie nicht schlecht. Aber über einen gewißen Underground-Status hat uns das leider noch nicht hinausgebracht, so ein richtiger Durchbruch läßt noch auf sich warten. Die CD präsentiert sich betont Old-School, und auch das Info schlägt in diese Kerbe. Thrash scheint ja langsam wiederzukommen, allerdings eher in moderner Form. Was begeistert Euch nach wie vor am traditionellen Sound? Mannae: Ich finde, daß diese Musik nach wie vor in gewißer Weise unerreicht ist. Kein anderer Stil hat diese Aggressivität und die Schnelligkeit. Nach dem Thrash kam zwar sehr brutale Musik nach, aber die war lange nicht mehr so schnell. Eher Midtempo. Und beim Black-Metal spielen wieder andere Sachen eine große Rolle. Irgendwie kam einfach keine Stil mehr nach, der mich genauso begeistern konnte, wie Speed- und Thrashmetal. Was hältst Du persönlich von modernen Thrash-Konglomeraten, oder, schlimmer noch, von sogenanntem New Metal? Mannae: Ehrlich gesagt, habe ich mittlerweile etwas den Anschluß an die aktuelle Szene verloren. Neo-Thrash war für mich schon Pantera ab der Cowboys from Hell (kennt jemand die früheren Platten? Ich hab' eine!). Und Helmet und Limp Bizkit kenne ich hauptsächlich vom Namen, wenn das überhaupt Thrash ist. Und New Metal? Ich habe gar keine Vorstellung, was das sein soll. Wir haben mal mit einer ganz jungen Band gespielt, die sagten, daß sie New Metal machen. Aber mit Metal hatte das gar nichts zu tun (??). Ihr habt kultigerweise eine typische 80ies Fotocollage auf die Rückseite des Sleeves gesetzt, die Euch traditionell mit diversen anderen Musikern (z.B. Gerre von Tankard) und Kumpels zeigt. Ist das auf Eure oben beschriebene Vorliebe zurückzuführen oder eher als Gag gedacht? Mannae: Das war uns ebenfalls nicht bewußt, daß das so traditionell ist. Man bekommt auf den Konzerten eben eine Menge Fotos zusammen, die man zwar als Cover oder Backcover oder ähnliches nicht verwenden kann, aber für eine Collage gut sind. Da denkt man sich, eigentlich zu schade zum wegwerfen. Außerdem sollen sich die Leute, die die CD kaufen und viel Geld dafür zahlen, sich nicht darüber ärgern, daß das Booklet so langweilig und lieblos aufgemacht ist. Das Cover von "Hot On The Trail" zeigt einen Kampfdroiden, der mich irgendwie an Transformers erinnert. Was hat es damit auf sich, und wer hat es gezeichnet? Mannae: Gezeichnet wurde es von Mickey Schmidt, von dem wir auch schon das Tied- und das Airraid-Cover bekommen haben. Der Titel war dieses Mal vorher da und wir haben mit ihm zusammen verschiedene Möglichkeiten durchgesprochen, wie man das umsetzen kann und er hat dann extra für uns ein Cover entworfen. Die anderen Sachen waren dagegen keine 'Auftragsarbeiten'. Das aktuelle Album ist bereits Eure vierte CD-Veröffentlichung. Was kannst Du uns zu den alten erzählen? Mannae: Die ersten 3 (2 Maxis) sind für uns eigentlich Demos. Heutzutage macht ja keiner mehr eine Casette. Deswegen sind auf der 'Hot on the Trail' auch die unserer Meinung nach stärksten Stücke von uns drauf. Die alten CDs dienten vor allem als Bewerbungsmaterial für Gigs und bei Labels und als Promotion. Die ersten 2 Scheiben haben wir in einem sehr billigen Studio aufgenommen. Der Zeitstreß und das Ergebnis waren für uns nicht sehr zufriedenstellend. Da ein gutes Studio für uns aber nach wie vor zu teuer ist und wir von Mäzenen bzw. spendablen Profi-Produzenten nicht überrannt werden, haben wird die 'Airraid' und die 'Hot on the Trail' in Eigenregie mit einem Harddiskrecordingsystem aufgenommen, selbst produziert, gemischt und gemastert. Das Layout haben wir auch selbst gemacht. Mit PC und ein bischen Fleiß kann man da heute schon sehr viel machen. Ihr habt Euch 1998 von Eurem Sänger David getrennt. Was war der Grund dafür, und war sein Gesangsstil dem von Stef ähnlich? Mannae: Davids Gesangsstil war völlig anders. Er wurde mal mit Blitz von Overkill verglichen. Grundsätzlich hat er eher klar gesungen und hoch. David hatte eine gute, ausbaufähige Stimme, aber leider nie den Ehrgeiz sie richtig weiterzuentwickeln. Nach ein paar privaten Problemen, die ich hier nicht ausbreiten will, hat David sich von sich aus entschieden, die Band zu verlassen. Wir sind nach wie vor befreundet und David und Stefan arbeiten seit längerem sogar in der selben Arbeit. Stef`s Gesang ist ziemlich dreckig, auf die Dauer allerdings etwas eintönig. Hat er aufgrund der kurzen Zeit noch nicht die Fähigkeit, mehr zu variieren, oder ist das, ähnlich wie bei Witchery, als Stilmittel zu verstehen? Mannae: Nach Davids Ausstieg haben wir länger nach einem neuen Sänger gesucht. Da hat sich aber niemand passendes gefunden. Dann haben wir verbliebenen 4 alle zu Singen versucht, und Stefans Stimme hat uns am besten gefallen. Ich finde, daß sein Organ und seine Art zu singen, recht gut zu unserem Stil passt. Bei uns steht eh die Gitarrenarbeit im Vordergrund. Natürlich entwickelt sich Stefan auf jedem Konzert und bei jeder Probe weiter, so daß wir auf der nächsten Scheibe wieder etwas mehr experimentieren können. Außerdem erinnert mich der Gesang an NY-Hardcore à la Pro-Pain und Sick Of It All. Gibt es da Einflüsse? Mannae: Das ist purer Zufall. Ich persönlich kenne von diesen Bands kein Stück, zumindest nicht bewußt. Stefan wurde sicherlich auch nicht von solcher Musik beeinflußt. Ich würde als Einflüße eher Slayer und Kreator sehen. Erzähl doch mal was über die Lyrics. Sind sie allgemeiner oder eher persönlicher Natur? Was willst Du mit ihnen ausdrücken? Mannae: Die meisten Lyrics stammen von mir. Wir haben sehr unterschiedliche Texte. Die Mehrzahl sind Antikriegstexte, was auch zum Bandnamen passt. Aber es sind auch persönliche und ironische Texte dabei. Wir sind da nicht auf ein Thema festgelegt. Wir wollen niemandem etwas vorschreiben oder unsere Meinung aufdrücken. Die Gitarrenarbeit auf dem Album finde ich klasse. Wie entsteht bei Euch ein Song, wie werden die Harmonien entwickelt? Mannae: Vielen Dank. Die Songs kommen immer von der Gitarre. Meistens haben wir irgendwelche Riffs, zu denen wir gut passende weitere Riffs suchen oder komponieren. Parallel wird der Song arrangiert, also festgelegt, was Strophe, Refrain, Mittelteil, Solopart, Intro usw. ist und wie oft die Teile gespielt werden. Die meisten Songs haben einen klassischen Aufbau mit Strophen, Refrain und einem Mittelteil. Manche Songs sind aber ganz anders aufgebaut. Stefan und ich haben jeweils eine ganz andere Herangehensweise beim Songschreiben, was sich bei uns sehr gut ergänzt. Ihr habt im Laufe Eurer Karriere zig Gigs gespielt, unter anderem mit bekannteren Acts wie Tankard. Hat sich die Live-Erfahrung und das auf-die-Finger-schauen bei den Profis auf das Songwriting ausgewirkt? Mannae: Die Live-Erfahrung auf alle Fälle, von den Profis konnten wir uns dagegen bis jetzt weniger abschauen. Das unterscheidet sich auch nicht von Konzerten, bei denen wir nicht selbst spielen. Da sind dann eher Sachen wie Show, Ansagen Bühnenaufbau interessant. Unsere Songs sind auf alle Fälle jetzt mehr auf Live zugeschnitten. Da kann man zwar nicht so genau sagen, wie das geht. Aber man kriegt ein Gefühl, wie ein Song sein muß, damit er Live besser ankommt. Euer Label Black Arrow hat Euch eine knallige Produktion spendiert. Gibt es Anekdoten von diesem oder früheren Studioaufenthalt(en), die Du unbedingt loswerden mußt (z.B. Vernaschen von Groupies auf der Studiotoilette)? Mannae: Vielen Dank für das Lob. Spendiert haben wir uns die Produktion selber. Wir haben also selbst aufgenommen, produziert, gemischt und gemastert. Finanziert haben wir bis jetzt auch immer selbst. Einen Studioaufenthalt im eigentlichen Sinn gab es bei den letzten 2 CDs auch nicht. Das lief bei uns (und wahrscheinlich auch bei anderen Bands) wesentlich nüchterner und unspektakulärer ab, als man sich das vielleicht vorstellt. So eine Plattenaufnahme ist im wesentlichen wochenlanger Dauerstreß. Das lustigste war noch die Taufe der Schlagzeugkabine im Cäpt'n Hammer Studio. Das war eine kleine schalldichte Kabine, die nach den Schlagzeugaufnahmen entsprechend gerochen hat. Die haben wir dann 'Schweinestall' genannt. Der Name Armistice taucht selten in einem größeren Rahmen auf, die Platte findet man auch in kaum einem Laden. Wie sieht es bei Eurem Label mit Werbung und Vertrieb aus, seid Ihr da zufrieden? Mannae: Da ist sicher nicht alles so gelaufen, wie wir uns das gewünscht haben. Black Arrrow ist auch in einerArt Umbruch. Da müssen wir auch noch einiges besprechen, aber wir können davon ausgehen, daß beim nächsten Mal einiges besser klappt. Und Stefan macht gerade im Underground sehr viel selbst. Sind auf dem Label noch weitere Bands, die Du auch empfehlen würdest? Mannae: Auf dem Label sind sonst hauptsächlich True- und Power-Metal Bands. Die bekanntesten sind natürlich Unrest, da kann man auf alle Fälle mal reinhören, wenn man so auf die Accept-Richtung steht. Für alte Warlock-Fans wären Backslash ein Tip. Bei Black Arrow auf die Homepage schauen ist sicher nicht verkehrt. Was planen Armistice in der nächsten Zeit, und wo kann man Euch mal live sehen? Mannae: Das wichtigste ist Songs schreiben für eine neue Platte. Wir würden gerne dieses Jahr 'ne neue Scheibe machen. Aber wir haben es irgendwie noch nie im Sommer geschafft, mal sehen. Konzert-Daten sind immer aktuell auf unserer Homepage www.armistice.de zu erfahren. Im Sommer sind ein paar interessante Open-Airs: 21.07.2001 - Pullach (D) - Open Air, 28.04.2001 - Kropfmühl (D) - Walpurgis Metal Days, 09.06.2001 - Kühbach (D) - Rock Gegen Atomstrom, 03.05.2001 - München (D) - Inline, 20.04.2001 - Berchtesgaden (D) - Beverly, 06.04.2001 - Fürstenfeldbruck (D) - Alter Schlachthof. Nenn doch mal zehn Deiner Lieblingsplatten! Mannae: Megadeth - Peace sells, but who's buying? Annihilator - Alice in Hell Armored Saint - Delirious Nomad , Nevermore - Nevermore , Candlemass - Nightfall, Black Sabbath - Sabbath Bloddy Sabbath, Overkill - Years of Decay , Metallica - Master of Puppets (R.I.P), Jag Panzer - Ample Destruction, Savatage - Hall of the Mountain King, Slayer - Decade of Aggression, Deine letzten Worte? Mannae: Die habe ich mir noch nicht überlegt. Ich hoffe, ich habe noch ein paar Jahre Zeit, bevor ich ins Gras beisse. Vielleicht kommt nicht mehr als Gesabbere dabei heraus. Vielleicht sowas wie: "He Schwester, noch'n Bier, 'ne heiße Nummer und die Musik lauter, bitte." 

Vielen Dank für das Interview!

 

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