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Hört
man sich rückblickend "Artful Killing" an,
merkt man, daß soundlich doch einige Abstriche
hingenommen werden mußten. Markierte die Single-CD den
Weggang von Demotapes hin zu Demo-CDs? War es ursprünglich
als Demo geplant? Oder lag es eventuell daran, daß das
Studio (Cäpt'n Hammer Studio = Band?) noch nicht so viel
Erfahrung hatte? Das Problem ansich ist wohl nicht so sehr
eine fehlende Differenziertheit sondern daß alles recht
leise auf CD gebannt ist.Wir gingen damals mit der
Absicht ins Studio, ein Demo-Tape einzuspielen, doch weil
uns die eingespielten Songs beim mischen so gut gefielen,
entschieden wir uns spontan alles auf CD zu pressen, außerdem
war der preisliche Unterschied auch nicht so tragisch.
Fakt ist auch das eine CD mehr Eindruck auf Veranstalter,
Labels und Magazine macht.Erschwerend für die Aufnahmen
war ein sehr schlichtes Studio, in dem wir einiges an der
Technik zu basteln hatten.Trotz alledem waren wir mit dem
Cäpt`n Hammer Studio sehr zufrieden, schon allein der
Preis war gigantisch: 150 DM/Tag. Wie Du bereits richtig
erkannt hast war das Studio auch zugleich der Proberaum
der Band Cäpt`n Hammer. Der Techniker der normalerweise
im Studio arbeitete hatte zu allem Übel auch keine Zeit für
uns, so mußte uns ein befreundeter Techniker aushelfen,
der natürlich nicht mit den Macken des Studios vertraut
war. Nun ja, ein großes Chaos, trotzdem schafften wir es
die 3 Songs der Maxi in nur 3 Tagen aufzunehmen und zu
mischen. Obwohl die Scheibe keine besonders gute
Soundqualität vorweisen kann ist sie bis heute bei Fans
und Presse sehr beliebt und ist bis auf wenige Exemplare
ausverkauft. Nach dem Demo gesehen,
wieweit half die CD-Single der Band vorwärts? "Artful
Killing" brachte uns sehr gute Pressekritiken ein und
fast 30 Konzerte, sogar ein paar Labels waren an uns
interessiert, doch keines der Label machte ein gutes
Angebot und konnten nicht einmal einen vernünftigen
Vertrieb bzw. vernünftige Werbung bieten. Ich bin der
Meinnung, wenn ein Label nicht mehr für die Band machen
kann als ich selber, so ist es nicht wehrt sich
vertraglich zu binden.Zu unserer großen Verwunderung
sprach jeder über eine große Ähnlichkeit zu Overkill,
besonders wegen der Stimme unseres alten Sänger Davids.
Ich denke man kann schon sagen das uns die CD-Single
weitergeholfen hat. Mit
"Tied" gab es zwei Jahre später den ersten
Longplayer. Auf die Dauer wirken die Stücke sehr gleichförmig.
Verhaltener breaklastiger Thrash ist zu vernehmen, der
zwar nicht schlechter kommt, als die amerikanischen
Kapellen einige Jährchen zuvor, doch genau die haben mit
diesem angezügelten Stil den Untergang jenes Stiles in
der breiten Gunst bewirkt. Es scheint, als ob die Songs
auf den Sänger getrimmt worden sind. Wir
wurden nach der Maxi von allen Seiten vollgequatscht, das
wir doch einen Longplayer aufnehmen sollten.Heute bereuen
ich das wir 12 Songs aufgenommen haben, mir persöhnlich wäre
es lieber gewesen nur 8 Songs aufzunehmen und die dafür
richtig druckvoll und ohne Zeitdruck. Mit dem Stil der
Scheibe bin ich heute auch nicht mehr ganz zufrieden, es
sind zwar gute Stücke wie z.B. "The Ultimate
War" drauf, aber eben auch Songs hinter denen wir
heute überhaupt nicht mehr stehen wie z.B. Nightmares.Die
Sache mit dem Gesang war die, das uns wie immer die Zeit
zu knapp wurde und für den Gesang deshalb nur noch ein
Studiotag zur Verfügung stand, und das für 12
Songs...... Dementsprechend klingt es natürlich......Noch
dazu hatte David seinen Gesangstil auch ein wenig verändert,
da Ihm die Vergleiche zu Overkill`s Blitz zu Kopf
gestiegen waren. Stichpunkt
Sänger. Ganz klar war eine Schwachstelle auszumachen. Der
Gesang war eher unterdurchschnittlich und recht gewöhnungsbedürftig.Inwieweit
war David ein Dauerkritikpunkt? War dies eventuell mit
Verantwortlich für den späteren Ausstieg? David
hatte von Anfang an mit schlechten Kritiken zu kämpfen.
Problematisch wurde es erst als er keinen Bock mehr zum
Proben hatte. Ich denke er hätte wesentlich mehr aus
seiner Stimme machen können, die Basis bzw. Technik
stimmte ja, jedoch fehlte seinerseits das Angagement für
mehr.Für seinen Ausstieg waren allerdings nur private
Probleme und Veränderungen verantwortet, es gab keine
Streitereien oder Unstimmigkeiten. Ich bin immer noch gut
mit David befreundet und respektiere seine Entscheidung.
Außerdem war es für beide Seiten die beste Entscheidung,
so hart wie es klingt, aber nach Davids Ausstieg kam
endlich wieder der Schwung in die Band, den wir nach
"Artful Killing" verloren hatten. Textlich
waren auf "Tied" neben einigen typischen
Metal-(Klischee)-Texten wie "Nightmare" überwiegend
Songs vertreten, die negative Auswirkungen der Technik und
Krieg thematisieren. Tieferer Sinn? gerade in Verbindung
mit dem Coverartwork könnte man fast auf ein Konzept,
zumindest einen "roten Faden" tippen... "Armistice"
bedeutet Waffenstilstand und Manfred und ich interessieren
uns halt rein textlich am meisten für die Kriegs und
Endzeit-Texte. Krieg bietet so viel über das man
schreiben kann. Von Klischee Texten wollen wir uns in
Zukunft fernhalten, das überlassen wir lieber den
"True Metal" Posern........ Wir wollen mit
unseren Texten wichtige Themen aufgreifen, die auch zum
nachdenken bringen.Du gehörst zu den wenigen die das
Cover überhaupt gecheckt haben, es steht nämlich direkt
in Verbindung zu Songs wie "Death Machine" oder
"Waiting for my Death". Die eingeschnürte Figur
auf dem Cover symbolisiert unsere Machtlosigkeit gegnüber
uns überlegen Kräften wie z.B. Hightec Kriegsgerät. Mit
dem Sängerwechsel und der neuen Mini-CD
"Airraid" ändert sich die Musik stark. Das neue
Material knallt voll straight thrashig. Ist es wirklich
"nur" auf den Wechsel zurückzuführen? Es
war nicht nur der Sängerwechsel, Manfred und ich (wir
beide schreiben die Songs und die Texte) hören uns jetzt
viel mehr Thrash an als früher und orientieren uns z.T.
auch danach. Richtig guter Classic Metal ist ja selten
geworden und der True- und Black Metal Trend hängt uns
zum Halse raus.Außerdem wird man über die Jahre auch auf
seinem Instrument fitter und kann ausgefallenere Sachen
spielen als vorher.Hin und wieder verirrt sich sogar ein
Jazz Riff in unsere Songs, wie z.B. bei Nuclear
Breakdown.Allgemein kann man sagen das die Band nun ihre
Musikalische Richtung gefunden hat. Dein
Gesang paßt wie angegossen zur neuen Musik. Wie sind
bisher die Reaktionen ausgefallen? Das
freut mich natürlich besonders wenn Dir mein Gesang gut
gefällt. Ich muß gestehen daß die Sache mit dem Gesang
ein Experiment war oder vielmehr eine Notlösung, da wir
keinen geeigneten Sänger finden konnten probierten wir es
selbst aus und jeder durfte sein Glück am Mikro
versuchen, nun ja, an mir bleib es hängen.......Zuerst
war ich gar nicht so begeistert, da ich dachte das mein
Gitarrespiel darunter leiden würde, denn unsere Riffs
sind schnell und auch nicht immer ganz einfach und
zugleich zu singen ist nicht immer ein Zuckerlecken. Doch
tägliches üben viele Proben mit der Band liesen uns
schnell wieder in Topform kommen. Die Reaktionen auf den
Gesang sind, bis auf ein paar Poser denen es zu rau
ist......alle wirklich sehr gut. Vergleiche zu Nuclear
Assault, S.O.D und Slayer wurden schon oft in Reviews erwähnt.
Sogar den Amis, woher wir bisher immer schlechte Kritiken
für unseren Gesang bekamen, gefällt`s dieses Mal. Warum
nur eine Mini? Mangelnde Finanzen optimal einsetzen? Denn
der Sound ist ja oberamtlich gelungen und läßt nichts zu
meckern übrig. Alles wirkt fett und absolut druckvoll! An
mangelnen Finanzen lag es dieses Mal nicht, da wir jetzt
ein Studio zur Verfügung haben das unserem Gitarristen
Manfred gehört und somit Zeitdruck für uns in Zukunft
ein Fremdwort sein wird, Manfred ist auch sehr vertraut
mit der Aufnahmetechnik und hat den tollen Sound auf der
Scheibe hingezaubert. Nur 5 Songs sind auf der Scheibe
weil wir zum Zeitpunkt der Aufnahmen nicht mehr fertig
hatten, die restlichen Songs waren noch nicht ganz
ausgereift. Die nächste CD, die wir voraussichtlich nächstes
Jahr veröffentlichen werden wird dann mehr Songs haben. Ein
paar Worte zum Sabbath-Cover. Der Song wurde ja nun nicht
zum ersten Mal gecovert und die Band ist ja auch
beliebt... Auf
"Symptom of the Universe" standen wir schon
lange, doch unser alter Sänger David mochte den Song
nicht besonders, keine Ahnung warum. Die Version von
"Symptom..." schwebte uns schon lange im Kopf
herum, wir konnten sie allerdings erst nach Davids
Ausstiegs realisieren. Da der Song in unserer Version gut
zum restlichen Material passte, kam der Entschluß schnell
ihn mit auf die CD zu nehmen. Noch ein paar Worte zum
Schluß: Einen
besonderen Dank an alle die sich die Zeit genommen haben,
das Interview zu lesen.......Danke.
Stefan
Fischer (Armistice)
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